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Leitartikel April / Mail 2019

Lebst du schon oder schläfst du noch??

Eigentlich haben die Soldaten einen klaren Auftrag: sie sollen aufpassen und wachsam sein, um mögliche Grabräuber abzuwehren. Doch die Wächter in ihren prunkvoll-gerüsteten Paradeuniformen schlafen tief und fest. Sie verpennen tatsächlich das Unglaubliche, das sich so unübersehbar in ihrer Mitte ereignet. Verschlafen das Leben, das gerade leichtfüßig über sie hinwegschreitet.

Der spätmittelalterliche Künstler Conrad von Soest setzt bei dem Osterbild aus seinem prachtvollen Bad Wildunger Altarretabel aus dem Jahr 1403 auf süffisante Weise das Osterlachen in Szene: die Wache schläft und der, der für immer schlafen soll, ist wach. Und wie wach!

Voller „action“ tritt er uns mit seinem knallroten Umhang der Liebe kraftvoll entgegen. Und kehrt dabei der Todeswelt den Rücken. Mit dem einen Fuß noch dieser dunklen Todeswelt im Steinsarg verhaftet, entsteigt der Auferstandene der Grabesgruft, deren schwerer Steindeckel zur Seite geschoben ist. Wie bei einem Hürdenlauf überwindet er die Kante des Sarges als scharfer Trennlinie zwischen Tod und Leben und setzt sich geradezu spielerisch einfach über sie hinweg: mit einem Sprung ins blühende Leben einer Osterwiese! Zärtlich, fast schwebend, tritt Christus dabei auf die eisernen Kniepanzer des schlafenden Soldaten. Doch der lässt sich auch davon nicht aufwecken.

Segnend hat der Auferstandene seine Rechte erhoben und bildet so vor dem himmlisch-goldenen Hintergrund das „V“ (victoria) als Siegeszeichen des Lebens über dem offenen Sarg. Allerdings bleibt der siegreich Auferstandene auch weiter gezeichnet von den immer noch blutenden Wunden seines Leidens und Sterbens in liebevoller Hingabe am Kreuz. Doch mit großen Schritten geht er uns nun hüpfend und tanzend voran auf dem österlichen Weg vom Tod ins Leben. Die Ostersonne ist um sein Haupt schon strahlend aufgegangen.

Wohl dem, der nun nicht länger in ungläubigem Staunen oder im Schlaf der Sicherheit verharrt, sondern sich zärtlich wecken lässt und in Bewegung kommt: zu einem Leben voll leidenschaftlicher Liebe, voll spielerischer Leichtigkeit und fröhlichem Osterlache in der Nachfolge des Auferstandenen.

Dies wünsche ich uns allen von Herzen zum diesjährigen Osterfest


Ihre Pfarrerin

Angelika Beck


Gemeinsam macht's mehr Spaß!

Durch die stark schwankenden, eher sinkenden Zahlen der Konfirmandenjahrgänge in der Burg- und der Saalkirchengemeinde gab es im noch laufenden Jahr sehr gute Erfahrungen mit gemeinsamen Projekten bis hin zur Konfifreizeit (siehe Berichte). Schon bei der Anmeldung wird deutlich: die Jugendlichen wollen ihre Konfirmandenzeit heute lieber gemeinsam mit ihren Schulkameraden verbringen als in ihrer eigentlichen Herkunftsgemeinde. Zusätzlich macht das – neben klassischen Unterrichtseinheiten – eher an praktischen Beispielen orientierte Projektlernen mit anderen kirchlichen und regionalen Kooperationspartnern in einer größeren Gruppe einfach mehr Spaß.

So habe ich mich mit meiner Kollegin, Pfrin.Waßmann-Böhm, und mit Zustimmung des Kirchenvorstandes dazu entschieden, den Konfirmandenunterricht für beide Gemeinden zukünftig von Beginn an gemeinsam anzubieten. Die traditionellen Konfirmationstermine am Sonntag vor Pfingsten in der Saalkirche und am Sonntag nach Pfingsten in der Burgkirche sollen beibehalten werden. Wir werden alle in Frage kommenden neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden (z.Zt. 7.Schuljahr) aus unserem Mitgliederverzeichnis anschreiben und einen Anmeldebogen beilegen. Die eigentliche Anmeldung erfolgt dann bei einem ersten Infoabend. Bitte schon mal vormerken:

Infoabend zur Anmeldung der neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden am Di, 21. Mai, 19 Uhr im Gemeindehaus, An der Burgkirche 15.

Bei Interesse können Sie sich aber gerne schon mal in unserem Gemeindebüro telefonisch (73031) oder per mail: burgkirche.ingelheim@t-online.de melden.

Pfrin. A.Beck


Losung und Lehrtext für Samstag, 25. Mai 2019
Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist! Psalm 81,2
/Paulus schreibt:/ Ich will beten mit dem Geist und will auch beten mit dem Verstand; ich will Psalmen singen mit dem Geist und will auch Psalmen singen mit dem Verstand. 1. Korinther 14,15
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